Interior: Vom Augengraus zum Augenschmaus – meine neue Küche

 

Nicht selten wird die Küche als das Herzstück der Wohnung bezeichnet – in ihr spielt sich soviel Leben ab. Es werden Gerichte gezaubert, Parties gefeiert, Geheimnisse bei einer Flasche Wein geteilt oder Weihnachtskekse gebacken.

 

Meine bisherige Küche konnte Nichts von alledem. Sie war von Beginn an eine Kompromissanschaffung zwischen mir und meinem damaligen Freund.  Wir zogen zusammen, er wollte nicht viel ausgeben und ich die Küche nicht alleine bezahlen . So fiel unsere Wahl auf eine 300 Euro Küche aus dem Internet.
Sie kam geliefert ohne das wir sie einmal vorher sahen. Der Augengraus nahm seinen Lauf…

Die Küchenteile waren ein Farbenspiel aus weißen und nussbraunen Fronten, die sich ganz und gar bissen mit dem hellen Linoleumboden, den wir kurz zuvor auswählten. An dieser Stelle sei gesagt, dass sie schon funktionierte – sie erfüllte für wenige Geld ihre Aufgabe über mehrere Jahre, doch von schön war sie weit entfernt.

Die Küche überdauerte unsere Beziehung – er zog aus und was blieb war diese lieblos daherkommende Küchenzeile. Der komplette Raum wurde von mir immer mehr ausgeklammert und gehörte praktisch nicht mehr zum Rest der Wohnung. Über die Jahre wanderten die Kleinmöbel, die aussortiert wurden in dem Raum und so hatte er über die Zeit seinen eigenen „Charme“ angenommen. Selbst eine alte Couch stand zeitweise quer in der Küche, weil ich dachte so Gemütlichkeit zu schaffen wo keine war.
Mein letzter Rettungsversuch lag darin einen Esstisch samt Hockern zu kaufen um Wohnlichkeit zu kreieren, aber sind wir ehrlich wenn der Rest des Raumes nicht passt, dann wird darin auch nicht gegessen?!
Wenn man sich umsah war die Küche schon immer schwierig geschnitten, eher klein und bis zur Decke vollgestapelt mit Küchengeräten und Essenvorräten. Nichts hatte wirklich seinen Platz.

 

EINE DRASTISCHE VERÄNDERUNG MUSSTE HER!

Es würde nichts mehr helfen Teile der Wand zu malern oder neue Accessoires zu kaufen, dieser Raum musste von Grund auf erneuert werden. Ironischer Weise hab nicht ich, sondern meine Eltern den Stein ins Rollen gebracht. Erst hielt ich es für einen Scherz, aber sie sagten mir ihre Hilfe zu und konnten das hilflose Fleckchen Erde wohl selbst kaum noch sehen.

Im ersten Schritt flogen die alten Küchenmöbel heraus, der Boden wurde rausgerissen (weil es so schön war, im angrenzenden Flur gleich das selbe Spiel) und die Wände geweißt.
Für mich war klar, das was ich wollte war das totale Kontrastprogramm zur Vergangenheit. Ich mag es clean, farbliche Reduziert mit einem Mix aus unterschiedlichen Materialien.
Allein dieser leerstehende Raum hat mich glücklicher gestimmt, denn ich wusste jetzt kann ich meinen Geschmack walten lassen.


Die neue Küche sollte durch einen dunklen Boden bestechen, umso dunkler umso besser. Auf keinen Fall würde ich etwas in Holzoptik wählen und so entschied ich mich für Laminat in Granit Fliesenoptik. Da der alte Fußboden in Eigenleistung verlegt wurde, das jedoch eine Menge zusätzliche Zeit bedeutet hätte, ließ ich ihn mir dieses Mal durch die Fachfirma MO.Boden verlegen.
Passend dazu wählte ich eine Hochglanzküche von IKEA. Die Griffe in gebürstetem Stahl, der Wasserhahn dazu passend, klare Fronten ohne viel Schnick Schnack. Wichtig war mir das Spülbecken in weiß – gefällt mir persönlich einfach besser.
Mein alter Kühlschrank stand stets mitten im Raum. Um das zukünftig zu vermeiden, beschloss ich ihn mit in die Küchenzeile einfassen. So sieht man ihn nicht und er ist groß genug um Malis Frischfleisch und meine eigenen Produkte zu beherbergen.

Eine Woche lang arbeiteten dauerte der Aufbau meiner Küche, meinen Eltern gebührt ein wahnsinniges Dankeschön an dieser Stelle. Stück für Stück konnte ich zusehen, wie mein Augengraus erneut Teil meiner restlichen Wohnung wurde. Ich fuhr ins Rahaus um Dekoration und Küchenmöbel auszusuchen und fand ein paar wirklich schöne Stücke. So fanden die rustikale Bank, das industriell inspirierte Wandregal und die passende Hängeleuchte ihr neues Zuhause.


Mit Bilderrahmen von Depot, einem kleinen Fell für Mali und eine Hand voll Pflanzen zog letztlich die Atmosphere in meine neue Küche ein.
Ein Manko hat sie, denn nun ist es durch die vermehrten Schränke und die Doppelküchenzeile nicht mehr möglich einen Esstisch unterzubringen. Mich persönlich stört es aber nicht, denn hier wurde von mir die Priorität klar auf Stauraum gelegt.

Ich kann euch sagen, ich bin wirklich glücklich mit dem Ergebnis und verbringe viel mehr und viel lieber Zeit in meiner Küche, koche wieder mehr und habe ein Lächeln im Gesicht wenn ich zur Tür rein komme.
Hier bereite ich zukünftig leckere Rezepte zu (werdet ihr demnächst noch zu sehen bekommen), hier füttere ich Mali und eröffne zur Weihnachtszeit wieder meine berühmte kleine „Plätzchenfabrik.“


Wohltuend wenn das Zuhause eben doch der Ort ist an dem es am schönsten ist.

 

(Vorher – Nachher)

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